Euro Juniors 2026: Frankreich vs. Belgien um Platz 5
Beim Euro Juniors 2026 haben die französischen Junioreninnen nach einer enttäuschenden Niederlage in der Gruppenphase eindrucksvoll reagiert. Die Bleuettes, wie die Equipe Tricolore im Nachwuchsbereich genannt wird, mussten nach dem letzten Gruppenspiel gegen Italien die Titelträume begraben. Doch statt in Resignation zu verfallen, präsentierten sie sich am Freitagmorgen gegen die Niederlande von ihrer besten Seite und fegten mit 3:0 zum Sieg. Damit steht am Samstag das Duell um Platz fünf an – gegen Belgien, das seinerseits Estland ohne Schwierigkeiten besiegte.
Eine Gruppenphase mit Höhen und Tiefen
Der Weg der Französinnen durch die Vorrunde war alles andere als geradlinig. Zunächst gelang ein deutlicher Erfolg gegen Estland, der Hoffnungen auf eine starke Endplatzierung weckte. In den folgenden Begegnungen folgten jedoch zwei Niederlagen: gegen Schweden, das den Weg ins Halbfinale versperrte, und schließlich gegen Italien am abschließenden Gruppentag. Mit diesem Rückschlag war klar, dass die Bleuettes nicht mehr um den Titel mitspielen würden. Dennoch blieb das Ziel, das Turnier mit einem positiven Ergebnis abzuschließen und im abschließenden Klassierungsspiel die bestmögliche Position zu erreichen.
Genau diese Motivation war am Freitag spürbar. Von Beginn an wirkte die französische Mannschaft fokussiert und entschlossen, das letzte Wort in der Gruppenphase nicht den Gegnerinnen überlassen zu wollen. Die Niederlande, die in der Vorrunde selbst gemischte Ergebnisse vorweisen konnten, trafen auf eine Formation, die bereit war, jeden Ballwechsel zu einem Statement zu machen.
Drei Siege, kein Gegentor im Teamwettbewerb
Das erste Doppel brachte die erhoffte Führung. Élise Le Roux und Lylwenn Laforge traten gegen Panhuizen und Bakker an und lieferten von Beginn an ein intensives Match. Der erste Satz entwickelte sich zu einem engen Duell, das erst im Tiebreak entschieden wurde – 7:6 für die Französinnen. Im zweiten Durchgang zogen Le Roux und Laforge dann deutlich davon und sicherten sich den Satz mit 6:1. Ein perfekter Auftakt für das Team.
Im zweiten Match übernahmen Zia Debroy und Augustine Charpentier die Verantwortung. Gegen Westbroek und Rajagopal zeigten die beiden Französinnen eine stabile und durchsetzungsstarke Leistung. Mit 6:2 und 6:4 setzten sie sich in geraden Sätzen durch und brachten die Mannschaft in eine komfortable 2:0-Führung. Damit war der Gesamtsieg praktisch schon greifbar, doch das dritte Doppel wollte den Erfolg noch einmal unterstreichen.
Lison Chrétien-Méal und Victoria Isaac komplettierten den souveränen Nachmittag. Ihr Match gegen Nikkelen und Bakker verlief kontrolliert: 6:4 im ersten, 6:2 im zweiten Satz. Am Ende stand ein klares 3:0 – ein Ergebnis, das nicht nur die Tabellenführung im Klassierungsspiel bedeutete, sondern auch das Selbstvertrauen der Mannschaft vor dem entscheidenden Samstag stärkte.
Belgien dominiert ebenfalls gegen Estland
Während die Bleuettes die Niederlande bezwangen, sicherte sich Belgien parallel den Einzug ins Spiel um Platz fünf. Gegen Estland wirkte die belgische Auswahl von Beginn an überlegen und ließ keinen Zweifel an der eigenen Ambition, das Turnier mit einem respektablen Abschluss zu beenden.
Van Bryssel und Wouters eröffneten das Teamduell mit einem deutlichen 6:1 und 6:0 gegen Prants und Kitsing. Die zweite belgische Paarung, Vereertbrugghen und Van Bryssel, steigerte sich noch weiter und gewann ohne Gegensatz mit 6:0 und 6:0 gegen Sammelselg und Helde. Martorell und Moens rundeten den Erfolg mit 7:6 und 6:3 gegen Mahlapuu und Skorodumova ab. Auch Belgien feierte ein 3:0 – ein klares Signal an den kommenden Gegner.
In der Gruppenphase hatten die Belgierinnen ebenfalls den dritten Platz in ihrer Poule belegt, hinter Portugal und Spanien. Gegen diese beiden Top-Nationen des Turniers kassierten sie jeweils ein 3:0, dennoch gelang der einzige Gruppensieg gegen die Niederlande mit 2:1 – genau jene Mannschaft, die Frankreich am Freitag so deutlich dominierte. Dieser Kontext macht das Samstagsspiel besonders interessant: Zwei Teams, die in der Vorrunde ähnliche Wege gingen, treffen aufeinander, um ihre Saison beim Euro Juniors würdevoll abzuschließen.
Samstag: Duell um Platz fünf
Das Klassierungsspiel zwischen Frankreich und Belgien verspricht Spannung auf hohem Niveau. Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie nach Rückschlägen in der Gruppenphase mental stark reagieren können. Für die Bleuettes bleibt der Ausfall gegen Schweden, der das Halbfinale verhinderte, ein bitterer Moment – doch die Leistung gegen die Niederlande beweist, dass das Potenzial vorhanden ist, auch gegen starke Gegnerinnen zu bestehen.
Belgien bringt mit den dominanten Ergebnissen gegen Estland ebenfalls Momentum mit. Besonders die Paarung Vereertbrugghen und Van Bryssel, die ohne Gegensatz gewann, dürfte für Frankreich eine ernstzunehmende Herausforderung darstellen. Gleichzeitig verfügt die Equipe Tricolore mit Le Roux, Laforge, Debroy, Charpentier, Chrétien-Méal und Isaac über ein breites Doppelaufgebot, das in der Lage ist, verschiedene taktische Antworten zu geben.
Für beide Nationen steht am Samstag mehr als nur eine Endplatzierung auf dem Spiel. Es geht darum, den Euro Juniors 2026 mit einem Erfolgserlebnis zu verabschieden und im europäischen Nachwuchspadel ein Ausrufezeichen zu setzen. Wer die besseren Nerven behält und die Form aus den Klassierungsspielen mitnimmt, wird sich den fünften Platz sichern – und damit einen respektablen Abschluss eines Turniers feiern, das für beide Teams Höhen und Tiefen bereithielt.