Jon Sanz: Ohne Spieler kein Turnier im Padel
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Jon Sanz: Ohne Spieler kein Turnier im Padel

Erfasst am 24.06.2026

In Marbella, wo die Reserve Cup ausgetragen wird, hat sich Jon Sanz dem Portal Padeladdict ausführlich gegeben. Der Navarrer, derzeit elfter der Weltrangliste, spricht über seinen Saisonstart an der Seite von Coki Nieto, die Entwicklung ihrer Paarung seit 2024 und die jüngsten Entscheidungen von FIP und Premier Padel. Im Mittelpunkt steht ein klarer Appell: Profispieler brauchen mehr Mitsprache in einem Circuit, in dem sportliche, wirtschaftliche und mediale Anforderungen stetig wachsen.

Eine Paarung mit Schwung

Mit Coki Nieto an seiner Seite erlebt Jon Sanz eine solide Saison. Mehrere Viertelfinals, einige Halbfinals und eine stabile Position im oberen Ranking-Bereich zeigen, dass das spanische Duo hinter den vier führenden Paarungen des Circuits zu den konstantesten Formationen gehört. Sanz betont die Verbindung zu seinem Partner – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.

«Mit Coki haben wir eine sehr gute Verbindung, nicht nur auf dem Court, sondern auch abseits der Piste. Und für mich zählt das am meisten», sagt er. Zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf, räumt er zugleich ein, dass der nächste Schritt nach oben schwer bleibt. Die vier besten Paare setzen ein außergewöhnlich hohes Niveau. Arbeit, Vertrauen und der Glaube an kommende Ergebnisse seien deshalb unverzichtbar.

Als Referenz für die aktuelle Form nennt Sanz den Erfolg beim Gijón P2, wo Nieto und er Lebrón und Augsburger aus dem Turnier warfen und ins Halbfinale einzogen. Solche Resultate untermauern, dass das Duo in entscheidenden Phasen mit den Top-Favoriten mithalten kann.

Stärker verbunden als 2024

Bereits 2024 standen Sanz und Nieto gemeinsam auf der Piste. Doch die heutige Version ihrer Paarung wirkt laut dem Navarrer ausgereifter – vor allem im kollektiven Zusammenspiel. Nieto setze zunehmend Druck auf, habe am Netz deutlich zugelegt und gehe konsequenter nach vorne.

Der entscheidende Unterschied liege in der Teamkultur. «Wir sind enger verbunden als 2024. Wir unterstützen uns stärker, kümmern uns mehr umeinander und agieren wirklich als Team», erklärt Sanz. Diese mentale Komponente kann einer Saison den Ausschlag geben. Die besten Paare erreichen fast immer mindestens Halbfinals oder Finals – und genau dieses Selbstvertrauen verändere die Herangehensweise an wichtige Matches.

FIP, Regeln und fehlende Kommunikation

Auf die jüngsten Ankündigungen der FIP zu Punktesystem und Turnierformaten reagiert Sanz nüchtern. Er bestreitet nicht, dass der Circuit sich weiterentwickeln muss. Was ihm fehlt, ist die Einbindung der Akteure auf der Piste. «Ich wünsche mir, dass man uns Dinge mitteilt, dass wir eine Stimme haben und unsere Meinung äußern können. Sehr oft wird uns nicht einmal gefragt», sagt er.

Die Kritik bleibt sachlich, trägt aber Schärfe. Alle Beteiligten wollten den Padel voranbringen, doch schlechte Kommunikation zwischen den Instanzen verhindere mitunter konstruktive Beiträge der Spieler. Sanz fordert einen dialogorientierten Prozess – insbesondere wenn Entscheidungen direkte Auswirkungen auf Kalender, Punktevergabe und Karriereplanung haben.

Ein immer dichterer Kalender

Zum Streit über die ideale Turnieranzahl mischt sich Sanz nur bedingt ein, verweist aber auf eine unbestreitbare Realität: Die Belastung steigt. Zwischen Premier Padel, den für Ranking-Punkte nötigen FIP-Turnieren und Exhibitions summiert sich die Saison schnell. «Statt 21 Turnieren spielst du manchmal 25. Die Last ist sehr hoch», bilanziert er.

Darüber hinaus mahnt er bessere Rahmenbedingungen für Teams und Athleten an. Es sei nicht normal, dass Spieler bei der Pflege ihres Images oder Wohlbefindens zusätzliche Hürden begegneten. Wer auf dem Court Leistung bringe, müsse auch abseits der Piste fair behandelt werden. Sein Motto bleibt prägnant: «Ohne die Spieler gibt es kein Turnier.»

Reserve Cup mit ernsthaftem Anspruch

In Marbella tritt Sanz bei der Reserve Cup an – formal eine Exhibition, aber mit echtem Wettbewerbs- und Wirtschaftscharakter. Er nimmt das Event ernst: «Ich komme hierher, um zu gewinnen. Wenn ich auf die Piste gehe, gebe ich alles.» Exhibitions spielten zudem eine wichtige Rolle für die finanzielle Balance einer Profikarriere, da Preisgelder auf Premier Padel für die meisten nicht ausreichten.

Steigen die Einnahmen auf der Premier-Tour spürbar an, würden viele Athleten vermutlich weniger Exhibitions annehmen. «Der Körper braucht Ruhe. Wären die Einnahmen bei Premier Padel höher, würden wir vielleicht statt fünf Exhibitions nur zwei machen», so seine Einschätzung.

Traumaufstellung für ein WM-Finale

Zum Abschluss des Gesprächs lässt sich Sanz auf ein Gedankenspiel ein: Welche spanischen Paarungen würde er für ein hypothetisches WM-Finale nominieren? Zwei Duos nennt er ohne Zögern – Paquito Navarro mit Juan Lebrón sowie Coki Nieto mit Arturo Coello. Über die dritte Paarung will er sich nicht festlegen, Ale Galán aber auf keinen Fall ausschließen.

«Ale kann ich nicht draußen lassen. Es käme auf die Form des Moments an und darauf, wer mit dem besten Niveau anreist, um zu gewinnen», erklärt er. Auf höchstem Niveau reichen Talent und Ranking allein nicht – Vertrauen, Einstellung und die Fähigkeit, am entscheidenden Tag zu liefern, zählen genauso.

Die wichtigsten Aussagen im Überblick

  • Sanz und Nieto gelten als eine der konstantesten Paarungen hinter den Top vier des Circuits
  • Sanz fordert mehr Kommunikation und Mitsprache bei FIP- und Premier-Padel-Entscheidungen
  • Bis zu 25 Turniere pro Saison belasten Profis zusätzlich zu medialem und wirtschaftlichem Druck
  • Exhibitions wie die Reserve Cup sind für viele Spieler ein wichtiger finanzieller Ausgleich
Konstantin Iverson (KI)
Konstantin Iverson (KI)

Digitale Redaktion für Schläger, Bälle und Ausrüstung im Padel. Die Wissensbasis speist sich aus Tests, Vergleichsberichten, Produktdaten und Erfahrungsberichten aus Clubs; das Modell hat sehr viele Artikel zu Materialeigenschaften, Schlagflächen, Gewicht, Balance, Griffband und Schuhen ausgewertet. Die Redaktion ordnet Equipment nach Spielertyp, erklärt Unterschiede verständlich und fasst die wichtigsten Entscheidungskriterien kompakt zusammen.

Ort des Geschehens

Land Spanien
Stadt Marbella