Marie Rondot: Vom Padel-Court zum Coaching-Traum
Nach einer Auszeit von mehreren Monaten in Australien ist Marie Rondot mit einem deutlich klareren Bild ihrer Zukunft in die Padel-Welt zurückgekehrt. Während der Wettkampf weiterhin Teil ihres Alltags bleibt, richtet die französische Spielerin ihren Blick zunehmend auf sportliche Entwicklung und die Weitergabe von Erfahrung im Leistungsbereich. Ihre Rückkehr markiert damit nicht nur ein sportliches Comeback, sondern vor allem eine bewusste Neuorientierung innerhalb des französischen Padel-Ökosystems.
Beim Aufbau der Struktur 4PADEL in Boulogne-Billancourt verfolgt sie ein anspruchsvolles Vorhaben: junge Talente auf dem Weg zum Spitzenniveau begleiten und parallel Schritt für Schritt ihre Karriere als Coach aufbauen. In einer Region, in der der Sport rasant wächst, will sie eine dauerhafte Brücke zwischen Clubarbeit, Nachwuchsförderung und eigener Wettkampfpraxis schlagen.
Vom Court zur Entwicklung eines Sportprojekts
Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich sah Marie Rondot zunächst nicht zwingend eine Vollzeit-Karriere als Spielerin vor sich. Doch eine Überzeugung stellte sich schnell ein: Sie wolle im Padel-Umfeld arbeiten und sich diesem Sport langfristig widmen. Die Monate Down Under hatten ihr geholfen, Prioritäten neu zu ordnen und berufliche Perspektiven klarer zu formulieren.
Diese innere Klarheit führte sie zu einer Gelegenheit in Boulogne-Billancourt, wo sie dem Entwicklungsteam des Clubs beitrat. Zunächst war sie stark in den täglichen Betrieb eingebunden, fand aber nach und nach ihren festen Platz im sportlichen Aufbau der Einrichtung. Für eine erfahrene Spielerin bedeutet dieser Übergang vom reinen Wettkampfmodus in eine verantwortungsvolle Organisationsrolle einen deutlichen Perspektivwechsel.
Dank ihrer Erfahrung als aktive Spielerin übernahm sie rasch Aufgaben in der Betreuung und in der Strukturierung des sportlichen Angebots. Dazu gehören Gruppenkurse für Erwachsene, Kindertraining und Ferienstagesangebote. Sie koordiniert Inhalte, plant Trainingsformate und sorgt dafür, dass das Angebot des Clubs sowohl für Einsteiger als auch für ambitionierte Spieler attraktiv bleibt.
Diese praktische Arbeit ermöglicht ihr heute ein tieferes Verständnis aller Abläufe innerhalb einer modernen Padel-Struktur – von der Planung über die Kommunikation mit Mitgliedern bis hin zur langfristigen sportlichen Ausrichtung. Genau dieses Wissen will sie künftig gezielt an junge Athletinnen und Athleten weitergeben.
Wieder Wettkampf – aber ohne zusätzlichen Druck
Trotz ihrer beruflichen Verantwortung hat Marie Rondot ihren Wettkampfcharakter nie vollständig aufgegeben. Nach fast zehn Monaten ohne Schläger in der Hand kehrten die Spielgefühle überraschend schnell zurück und weckten erneut Lust auf Turniere zu Saisonbeginn. Auf dem Court fühlte sie sich unmittelbar wieder wohl und spürte, dass die technische Basis trotz der Pause erhalten geblieben war.
Gleichzeitig lässt sie ihre sportliche Laufbahn nicht mehr über ihre beruflichen Pflichten stehen. Dieses Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leistungssport prägt ihren neuen Lebensrhythmus deutlich. Statt sich ausschließlich auf eine internationale Vollzeit-Karriere zu konzentrieren, wählt sie einen Weg, der beide Welten verbindet, ohne eine davon zu vernachlässigen.
Ein herausragender Moment war der Sieg beim P1000 der Damen in Amiens am 1. Juni an der Seite ihrer neuen Partnerin Manon Garcia. Über ein souverän kontrolliertes Wochenende hinweg zeigte sie ein Niveau, das den starken Formauftrieb nach der Pause unterstreicht. Für beide Spielerinnen war es zugleich das erste gemeinsame Turnier – ein Erfolg, der Vertrauen in die neue Doppelkonstellation schafft.
Coaching als Traum seit dem zwölften Lebensjahr
Während sie weiterhin auf dem Court aktiv bleibt, wandert ihr Fokus zunehmend in Richtung Coaching und Nachwuchsförderung. Die Idee, zu trainieren, Wissen weiterzugeben und im Hochleistungsbereich zu wirken, begleitet sie seit ihrer Jugend. Für Marie Rondot ist Coaching keine spontane Idee nach einer sportlichen Pause, sondern ein lang gehegtes Ziel, das sich über Jahre in verschiedenen Umgebungen verdichtet hat.
Spieler zu begleiten, sie zu entwickeln und Fortschritte sichtbar zu machen, gehört für sie zu den zentralen Motiven ihres sportlichen Weges. Sie beschreibt diese Leidenschaft als eine innere Konstante, die unabhängig von Turnierergebnissen bestehen bleibt. Genau deshalb rückt die Rolle als Mentorin und Entwicklungspartnerin für junge Talente immer stärker in den Mittelpunkt.
Trainerdiplom und Wettbewerbspol in Sicht
Die kommenden Monate könnten für Marie Rondot einen wichtigen Schritt in dieser Entwicklung markieren. Sie plant, bald ihr Trainerdiplom zu erwerben und ihre Tätigkeit im Coaching weiter auszubauen. Konkret strebt sie an, ab dem nächsten Jahr die entsprechende französische Qualifikation zu absolvieren und damit ihre fachliche Legitimation im Nachwuchsbereich zu festigen.
Ihr Vorhaben endet jedoch nicht bei der individuellen Trainerlaufbahn. Im Club möchte sie an der Schaffung einer echten Wettkampfstruktur mitwirken. In der westlichen Pariser Region fehlt bislang eine etablierte Hochleistungseinrichtung für Padel – genau diese Lücke will sie mitgestalten schließen. Ein solcher Leistungspol könnte jungen Spielern Trainingsrhythmus, Wettkampferfahrung und sportliche Orientierung bieten.
Das Ziel: junge Spielerinnen und Spieler strukturiert auf ihrem Weg begleiten und gleichzeitig ein nachhaltiges Leistungsumfeld schaffen. Dabei bündelt sie ihre Rollen als Athletin, sportliche Verantwortliche und künftige Coachin in einem kohärenten Gesamtprojekt, das über einzelne Saisons hinausdenkt.
FIP-Turniere: Chance statt Hauptziel
Im Gegensatz zu einigen französischen Spielern, die vollständig auf internationale Abenteuer setzen, bleibt Marie Rondot realistisch bezüglich der Anforderungen des FIP-Circuits. Eine Vollzeit-Karriere auf der Weltserie erfordert nach ihrer Einschätzung maximale Verfügbarkeit – ein Modell, das sie bewusst nicht als primäres Ziel verfolgt.
Einzelne internationale Einsätze schließt sie dennoch nicht aus, falls sich passende Gelegenheiten ergeben. Ihre Priorität liegt klar im professionellen Umfeld des Clubs, in der Entwicklung junger Talente und in der schrittweisen Professionalisierung als Trainerin. Sie bleibt auf ihrem Niveau aktiv, genießt das Spiel und nutzt Wettkämpfe als Ergänzung – nicht als alleinigen Lebensinhalt.