Pommier: Mehr junge Frauen im französischen Padel
Frédéric Pommier, interregionaler Padel-Sportreferent der französischen Verbände, war beim Masters Jeunes d'Île-de-France im Club des Pyramides anwesend. Wenige Wochen vor den Europameisterschaften in Porto zog Padel Magazine mit ihm Bilanz über den Nachwuchs, das Frauen-Padel und die rasante Entwicklung des Turnierkalenders in Frankreich. Sein zentrales Statement: Es werden immer mehr junge Mädchen in den Sport hineinwachsen. Das Gespräch lieferte Einblicke in einen Nachwuchsbereich, der in Frankreich derzeit besonders dynamisch wächst.
Ein Masters, der kaum Kritik zulässt
Der Masters Jeunes in der Île-de-France versammelte im Club des Pyramides eine neue Generation von Wettkämpfern. Einige von ihnen könnten in wenigen Jahren die Farben der französischen Nationalmannschaft tragen. Auf die Frage nach einem Bilanz des Events antwortete Pommier selbstbewusst: Mit der aktuellen Organisation werde es schwer, negative Punkte zu finden. Der Rahmen passe, die Zahl der Kinder steige kontinuierlich, ebenso das Spielniveau.
Die Herausforderung liege nun darin, dieses Wachstum zu begleiten. Immer mehr Kinder kommen per Bus und wollen spielen. Die Clubs müssten mitziehen und eigene Jugendturniere organisieren, um die Praxis weiter auszubauen. Als konkretes Highlight nannte Pommier Loïs Meyer und Sacha Devriendt, die für die Europameisterschaften in Porto nominiert wurden. Insgesamt sieht er beim Masters viele positive Signale für den französischen Nachwuchs.
Frauen-Padel als zentrales Thema
Auf diesem Masters spielten Mädchen und Jungen in denselben Tabellen, ohne separate Kategorie für Mädchen. Pommier bezeichnete das Frauen-Padel ausdrücklich als ein echtes Thema. Immer mehr Spielerinnen von sehr hohem Niveau kämen nach. Ohne die Möglichkeit, Mädchen mit Jungen zu vereinen, wären reine Frauentabellen jedoch sehr dünn besetzt.
Frankreich sei noch nicht bereit – und vermutlich auch im kommenden Jahr nicht – für ausschließlich weibliche Circuits. Das bleibe ein Ziel, für das es noch Kämpfe zu führen gelte. Konkret nannte Pommier rund 20.000 aktive Wettkämpferinnen. Die Handlungsmittel seien nicht einfach zu finden, doch der Weg beginne mit spezifischen Animationen und möglicherweise mehr Ausbildung für Trainerinnen im gesamten Verbandsgebiet.
Mehr junge Spielerinnen auf dem Court
Auf der Basis fragte Padel Magazine, ob sich die Dynamik bei den Jüngsten wirklich verändere. Pommier antwortete überzeugt: Die Spielerinnen würden überall im Land aufblühen. Vor zwei Wochen habe man in Vichy ein nationales U12-Treffen mit Mädchen aus ganz Frankreich veranstaltet, einige spielten bereits sehr gut und zeigten, dass das Potenzial im Nachwuchs vorhanden ist.
Ob das Geschlechterverhältnis vollständig ausgeglichen werden könne, wisse er nicht, da auch die Jungen in großer Zahl kämen. Dennoch sei er überzeugt, dass immer mehr junge Mädchen ins Padel einsteigen würden. In zwei oder drei Jahren hoffe er, ein eigenständiges Frauentableau aufbauen zu können – auch wenn ein exaktes 50-50-Verhältnis nicht das unmittelbare Ziel sei, sondern eine schrittweise Annäherung.
Explosion der Turnierzahl: Brauchen es Kontingente?
Ein weiteres Diskussionsthema ist die explosionsartige Zunahme von Padel-Turnieren. Vor vier bis sechs Monaten seien beliebige Events binnen zwei Tagen ausgebucht gewesen. Heute gebe es Wettbewerbe mit schwächer besetzten Feldern. Pommier räumt ein, dass ein Bilanz gezogen werden müsse, sobald sich die Lage stabilisiere, um zu prüfen, welche Maßnahmen sinnvoll wären.
Gefragt nach Quoten etwa für P500-Turniere, verwies er auf die Entwicklung der Kategorien: P1000 seien heute nicht mehr dieselben wie früher, im kommenden Jahr kämen P3000 hinzu, P1500 würden verschwinden. Früher gab es maximal ein P1000 pro Wochenende als größten nationalen Wettbewerb, heute könnten es fünf am selben Wochenende sein. Pommier spricht sich eher für diese Entwicklung aus – die Bilanz werde man in ein oder zwei Jahren ziehen.
Früher spielten die besten Athleten in Frankreich, heute gehen rund zwanzig Profis international auf Reisen. Die Idee sei, der Nachfrage der Wettkämpfer zu folgen und das Niveau zu erhöhen, während auch P250- und P500-Spieler zufriedengestellt werden. P500, einst fast national, gelte nun eher als departementales oder regionales Niveau – und genau in diese Richtung entwickle sich der französische Circuit.
Höheres Niveau im Breitenfeld
Trotz der Debatte um Turnierdichte sieht Pommier Fortschritte beim allgemeinen Niveau. Die Top 100 seien im Ranking vielleicht nicht deutlich stärker als früher, doch das breite Feld habe sich verbessert. Einst spielten rund 150 Athleten auf diesem Niveau, heute seien es etwa 1.000, die um die entsprechenden Positionen kämpfen. Das gehe seiner Meinung nach in die richtige Richtung und zeige die Tiefe des französischen Spielerfeldes.
Als nächste Etappe nannte er die FIP Promises in Paris und lud alle ein, das internationale Event zu besuchen. In den Kategorien U12, U14, U16 und U18 treten Teams aus Argentinien, Portugal, Schweden und weiteren Nationen an. Pommier hofft, dass möglichst viele Spielerinnen und Spieler aus der Île-de-France und ganz Frankreich teilnehmen, um sich dem internationalen Niveau zu stellen und Erfahrungen für die anstehenden Europameisterschaften in Porto zu sammeln.