HEAD Padel Tennis Paris 2026 in Marnes-la-Coquette
Am 20. und 21. Juni 2026 verwandelte sich der Forest Hill La Marche in Marnes-la-Coquette bei Paris in eine Bühne für Tennis, Padel und Show. Die zweite Ausgabe des HEAD Padel Tennis Paris vereinte ein P500-Padelturnier, ein Tennis-Pro-Am und mehrere Exhibition-Matches zu einem hybriden Wochenende. Mit Richard Gasquet, Mansour Bahrami, Paul-Henri Mathieu und Benoît Paire zog die Veranstaltung einige der bekanntesten Gesichter des französischen Sports an und unterstrich damit ihren Anspruch, zwei verwandte, aber eigenständige Disziplinen sichtbar zusammenzubringen.
Samstag: Tennis als Spektakel
Der erste Tag stand im Zeichen des Tennis, doch nicht im klassischen Turniermodus. Stattdessen erlebten die Zuschauerinnen und Zuschauer eine lockere, aber eindrucksvolle Exhibition, in der vor allem Mansour Bahrami das Publikum in seinen Bann zog. Der franco-iranische Showman, einst Finalist im Doppel von Roland-Garros, bewies mit 68 Jahren erneut, warum er zu den größten Entertainern der Sportgeschichte zählt. Unwahrscheinliche Schläge, starke Aufschläge, lächelnde Ballwechsel und sogar gesungene Passagen im Stil von Frank Sinatra sorgten für Gelächter und Applaus.
Bahrami verband dabei technische Kontrolle mit Improvisation und machte aus dem Court fast eine Bühne. Für das Publikum war es schwer, dieser Energie zu widerstehen. Selbst über seine eigene Langlebigkeit sprach er mit einer einfachen Formel: Wer das tut, was man liebt, und Freude daran hat, dem falle vieles leichter. An seiner Seite spielten Benoît Paire, Richard Gasquet und Paul-Henri Mathieu mit und trugen den lockeren Charakter des Formats. Statt strenger Wettkampfatmosphäre standen Nähe zum Publikum und gemeinsames Vergnügen im Vordergrund.
Bahrami: Freude als Antrieb
Bahramis besondere Präsenz rührt auch von einem ungewöhnlichen Werdegang her. Ohne klassische Tennisschule wuchs er mit improvisierten Schlägern auf, mit Holzstücken, Schaufeln oder sogar einer Bratpfanne. Daraus entwickelte sich ein instinktiver, freier Spielstil, den er bis heute pflegt. Für ihn blieb Tennis stets ein Kinderspiel, und genau diese Haltung prägte seine Auftritte in Marnes-la-Coquette. Auf dem Court neckte er, experimentierte, lächelte und vermittelte nicht nur Punkte, sondern auch Leidenschaft für den Sport.
Als er nach seiner beeindruckenden Form gefragt wurde, antwortete er, dass die Zeit auf dem Tennisplatz für ihn der schönste und glücklichste Moment des Lebens sei. Diese Aussage fasst den Geist seiner Performance zusammen: Bahrami ist nicht nur Spieler, sondern auch Vermittler einer spielerischen Haltung, die das Publikum unmittelbar erreicht.
Sonntag: P500-Turnier auf den Padel-Plätzen
Am zweiten Tag rückte das Padel in den Mittelpunkt. Ein P500-Turnier bestätigte die zweite Identität des Events und zog eine Mischung aus Persönlichkeiten und engagierten Spielern an. Neben ehemaligen Champions wie Thierry Omeyer und Richard Gasquet standen Padel-Spezialisten wie Johan Bergeron, Sacha Huard de la Marre, Nathan Perrot und Elsa Pellegrinelli auf den Plätzen. Die Stimmung war sportlich ernst, ohne den geselligen Charakter des Wochenendes zu verlieren.
Nicht alle Teilnehmer kamen aus der Padel-Welt, doch viele zeigten ein beachtliches Niveau. Tennis-Erfahrung half gelegentlich bei Timing und Ballgefühl, während Glaswände, Positionsspiel und taktische Lesart deutlich machten, dass Padel eine eigenständige Disziplin bleibt. Genau diese Kombination aus vertrauten Bewegungsmustern und neuen Anforderungen machte die Begegnungen spannend und unterhaltsam zugleich.
Mathieu sieht Padel als zugänglichen Sport
Paul-Henri Mathieu, der Padel vor mehreren Jahren für sich entdeckte, wundert sich nicht über die rasante Entwicklung der Sportart. Für ihn erklärt sich der Erfolg vor allem durch Zugänglichkeit und Spielfreude. Padel sei leicht zu erlernen, lud ein breites Publikum ein und eigne sich besonders für gemeinsame Erlebnisse in Familie und Freundeskreis. Diese soziale Komponente nannte er als einen der zentralen Gründe für seine eigene Begeisterung.
Paire bleibt beim Padel im Freizeitmodus
Benoît Paire ist in den vergangenen Monaten häufig auf Padel-Plätzen zu sehen, betont aber eine klare Grenze: Für ihn bleibt die Sportart vor allem Freizeit. Eine professionelle Karriere im Padel strebe er nicht an und wolle sich dort nicht mit derselben Intensität wie im Tennis verausgaben. Gleichzeitig räumt der ehemalige Weltranglisten-18. ein, dass er mit passenden Partnern großen Spaß am Spiel habe.
Paire verfolgt zudem das Profi-Padel, besonders bei großen Turnieren, und erinnert sich an seinen Besuch in Marseille als besonders eindrucksvoll. Live wirke der Sport noch spektakulärer als im Fernsehen. Besonders die Defensive überrasche ihn immer wieder, denn die Komplexität der Glaswände und Rebounds sei für Tennis-Spieler zunächst oft unterschätzt. Erst auf dem Court werde deutlich, wie schwer es sei, je nach gegnerischem Schlagball zu verteidigen.
Zwei Welten, ein Wochenende
Der Erfolg des HEAD Padel Tennis Paris liegt in der Verbindung zweier Sportkulturen. Tennis bringt Legenden und Geschichte mit, Padel ergänzt Zugänglichkeit, Gemeinschaft und eine taktische Tiefe, die viele ehemalige Profis überrascht. Richard Gasquet war an beiden Tagen präsent und symbolisierte damit die Brücke zwischen den Formaten. Über zwei Tage hinweg bestimmten Ballwechsel, Lacher, Exhibitions und engagierte Matches das Bild in Marnes-la-Coquette.
Die zweite Ausgabe bestätigte damit das Konzept eines Events an der Schnittstelle von Sport, Show und gemeinsamem Erlebnis. Für die französische Szene bleibt der Termin ein deutliches Signal, dass Tennis und Padel nicht konkurrieren müssen, sondern sich in einem modernen Veranstaltungsformat gegenseitig stärken können.