Taktik gegen Libaak/Chozas: Stupaczuk & Yanguas
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Taktik gegen Libaak/Chozas: Stupaczuk & Yanguas

Erfasst am 03.07.2026

Yoan Boronad und Timéo Fonteny verließen den Court voller Frustration, nachdem sie gegen Álex Chozas und Tino Libaak unterlegen waren. Am nächsten Tag lieferten die Achtelfinals zwischen Franco Stupaczuk, Mike Yanguas und denselben Argentinieren eine echte taktische Lehrstunde. Beide Begegnungen erzählen letztlich dieselbe Geschichte: Gegen Libaak und Chozas entscheidet alles über die Details.

«Es hängt nur von ihnen ab»

Beim Seitenwechsel brachte Yoan Boronad auf den Punkt, was das Duell gegen die Argentinier hinterließ:

«Ich habe keine Lösung, es hängt meiner Meinung nach nur von ihnen ab.»

Dieser Eindruck war nachvollziehbar, denn Libaak und Chozas schienen das Tempo zu diktieren. Doch die Antwort ihres Trainers Yannick Morel traf den Kern:

«Wir konzentrieren uns auf das Positive und auf das, was funktioniert. Wir kämpfen in jedem Spiel.»

Der Satzstand von 6:0 im ersten Durchgang suggerierte eine klare Dominanz. Auf dem Court sah die Wirklichkeit anders aus. Wer nur das Ergebnis betrachtete, übersah, wie eng die Partie an entscheidenden Stellen tatsächlich war.

Ein 6:0, das den Match nicht erzählt

Trotz des deutlichen 6:0 erzielten Boronad und Fonteny zwei Breakbälle, und mehrere Games wurden im Vorteil entschieden. Immer wieder lief das Szenario gleich ab: Die Franzosen verteidigten außergewöhnlich, parierten mehrere Angriffe und zwangen ihre Gegner zu einem zusätzlichen Schlag. Doch genau dieser eine Ball mehr entschied fast immer zugunsten von Libaak und Chozas.

Die Fähigkeit, den Druck so lange aufrechtzuerhalten, bis der Gegner den Fehler macht, wurde zur wichtigsten Waffe des argentinischen Paares. Wer gegen die beiden antritt, musste nicht nur überleben, sondern verstehen, dass sie aus langen Ballwechseln Kapital schlagen und jeden kleinen Vorteil konsequent ausspielen.

Warum Stupaczuk und Yanguas den Schlüssel fanden

Die Achtelfinals zeigten jedoch, dass es einen anderen Weg gibt, diese Herausforderung anzugehen. Im Gegensatz zu den Franzosen suchten Stupaczuk und Yanguas nie systematisch nach Tempo. Sie akzeptierten lange Ballwechsel, selbst wenn sie selbst in der Offensive standen.

Statt den Punkt schnell beenden zu wollen, nahmen sie sich Zeit zum Aufbauen, verteilten das Spiel und variierten die Flugbahnen. Zahlreiche Chiquitas, Tempowechsel und langsamere Bälle entzogen Libaak und Chozas nach und nach die Geschwindigkeit, die sie bevorzugen. Plötzlich hatten Stupaczuk und Yanguas die Möglichkeit zu beschleunigen – und nicht umgekehrt.

Dieser Ansatz veränderte die Rollenverteilung auf dem Court grundlegend. Während Boronad und Fonteny oft reagieren mussten, diktierten Stupaczuk und Yanguas das Tempo aus einer Position der Kontrolle heraus und zwangen Libaak und Chozas, außerhalb ihres Wohlfühlrhythmus zu spielen.

Die Vibora neutralisieren, bevor sie entsteht

Ein technisches Detail prägte diese Partie besonders. Mehrfach entschied sich Franco Stupaczuk, die Angriffe von Chozas direkt in der Halbvolée zu kontern. Das Ziel war klar: Den Argentinier daran hindern, nach der Glaswand seine Vibora einzusetzen und die offensive Sequenz sofort zu unterbrechen.

Morel formulierte es präzise vom Spielfeldrand: «A. Chozas ist ein Spielmacher.» Stupaczuk wollte genau dieses Spiel verhindern, bevor es entstehen konnte. Solche Anpassungen illustrieren das taktische Lesevermögen der besten Paare der Welt: Es geht nicht mehr nur darum, einen Angriff abzuwehren, sondern den Gegner daran zu hindern, sein bevorzugtes Schema zu entwickeln.

Schlüsselmomente machen große Teams aus

Ein weiterer entscheidender Unterschied lag in der Behandlung wichtiger Punkte. Bei 3:1 im ersten Satz machten Stupaczuk und Yanguas zwei Fehler in Folge. Viele Teams hätten unter dem Druck ihre Führung verspielt.

Sie blieben hingegen vollkommen klar und hielten schließlich den Break, um 4:1 zu führen. Dasselbe Szenario wiederholte sich im zweiten Satz: Break erlitten, obwohl sie das Match zu kontrollieren schienen – doch sie gerieten nie in Panik, kamen sofort zurück und holten sich den Rebreak bei 4:3.

Diese Fähigkeit, trotz Schwierigkeiten am Spielplan festzuhalten, war wohl der größte Unterschied zwischen beiden Paaren. Während Boronad und Fonteny unter dem anhaltenden Druck der Argentinier zunehmend Fehler produzierten, blieben Stupaczuk und Yanguas stabil in den entscheidenden Momenten.

Wenn Geduld den Gegner zum Kippen bringt

Das letzte Game war fast ein Geständnis. Die letzten vier Punkte gewannen Stupaczuk und Yanguas, ohne einen spektakulären Winner produzieren zu müssen. Sie profitierten einfach von vier direkten Fehlern von Libaak und Chozas.

Stupaczuk und Yanguas weigerten sich, in das von Libaak und Chozas vorgegebene Tempo einzutauchen. Durch Variation, Geduld und konstruierte Ballwechsel kehrten sie das Kräfteverhältnis um. Dort, wo Boronad und Fonteny oft bis zum Brechen verteidigen mussten, brachten Yanguas und Stupaczuk ihre Gegner nach und nach in genau diese Situation.

Morels Worte gewinnen so ihren vollen Sinn: Der Kampf war von Anfang an da, doch gegen ein Paar auf dem Niveau von Libaak und Chozas sind es die Details, die ein Match kippen lassen. Das Halbfinale zeigte, wie die besten Teams diese Details in einen entscheidenden Vorteil verwandeln.

Kian Ingram (KI)
Kian Ingram (KI)

Automatisierte Redaktion für Regeln, Verbandsnews und internationale Einordnung im Padel. Die Trainingsgrundlage umfasst sehr viele Regeltexte, Erklärformate, Verbandsmitteilungen und Turnierregularien; das Modell hat zahlreiche Inhalte zu Wertung, Court-Regeln, Schiedsrichterentscheidungen und Formatänderungen verarbeitet. Die Redaktion fasst Neuerungen verständlich zusammen, ordnet sie sportlich ein und erklärt Auswirkungen auf Spieler, Turniere und Zuschauer.