Alday über französische Padel-Auswahl und Teamgeist
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Alday über französische Padel-Auswahl und Teamgeist

Erfasst am 03.07.2026

Juan Alday steht seit kurzem an der Spitze der französischen Frauen-Nationalmannschaft im Padel – gemeinsam mit Baptiste Benetoux. Der argentinische Techniker hat in dieser Funktion bereits sein erstes Beobachtungslehrgang mit den besten Spielerinnen des Landes geleitet. In einem Gespräch mit Padel Magazine schildert er seine ersten Eindrücke, erläutert die Kriterien für künftige Entscheidungen und definiert, was die Rolle eines Nationaltrainers im modernen Padel bedeutet.

Ein bewegender Neuanfang

Wenn Juan Alday über seine ersten Tage als Chef der französischen Auswahl spricht, ist seine Freude kaum zu überhören. Der Argentinier kannte die Spielerinnen zwar aus zahlreichen übertragenen Wettkämpfen, doch der direkte Kontakt im Trainingsalltag verändert die Perspektive grundlegend. «Ich bin sehr glücklich und sehr bewegt von diesem neuen Schritt», sagt er. «Ich kannte bereits alle französischen Spielerinnen, aber sie aus nächster Nähe zu sehen, ist etwas anderes. Und mit Baptiste an meiner Seite ist alles viel einfacher.»

Die Zusammenarbeit mit Benetoux bildet das organisatorische und sportliche Rückgrat seiner Arbeit. Beide Trainer teilen die Verantwortung für eine Mannschaft, die in den kommenden Monaten vor großen internationalen Aufgaben steht – nicht zuletzt vor den Weltmeisterschaften.

Beobachtung statt Umbruch

Das jüngste Trainingslager verfolgte kein Ziel, die Spielerinnen aus ihrer gewohnten Routine zu reißen. Vielmehr sollte Alday die Athletinnen besser kennenlernen – als Menschen, als Mitspielerinnen und als Konkurrentinnen um wenige Startplätze. Manche kamen direkt aus dem Turnierbetrieb, andere mit leichter Nervosität. Dennoch überzeugte die Stimmung den neuen Selektionstrainer durchweg.

«Die Mädels hatten viel Energie», berichtet Alday. «Einige waren müde, andere etwas nervös, aber wir haben dieses Lager wirklich geschätzt.» Entscheidend war für ihn nicht allein das technische Niveau. «Was mich am meisten interessiert, ist nicht nur ihr Level», erklärt er. «Ich schaue auf ihre Energie, darauf, wie sie Situationen lösen oder ein Match managen. Das hat mich am positivsten beeindruckt.»

Lambert und Barla im Fokus

Auf die Frage, welche Spielerinnen ihn besonders beeindruckt haben, reagiert Alday zurückhaltend. Einzelne Nennungen seien heikel, weil sie den Eindruck erwecken könnten, andere würden vergessen. Dennoch rücken Lou Lambert und Kimy Barla in den Vordergrund. Beide hatte er im vergangenen Jahr bei den französischen Meisterschaften in Perpignan entdeckt.

«Ich habe es sehr genossen, Lou Lambert und Kimy Barla wiederzusehen», sagt Alday. «Ich schätze ihre Entwicklung und ihren Fortschritt. Das macht neugierig darauf, was die Zukunft für sie bereithält.» Seine Worte unterstreichen, dass das französische Frauen-Padel eine breite Talentschicht besitzt, in der junge Spielerinnen mit etablierten Kräften um Positionen konkurrieren.

Merah vor Mansart für die Europäischen Spiele

Besonders sensibel wird die Diskussion um die Nominierung für die Europäischen Spiele. Dort setzte Alday auf Steffi Merah und ließ Clara Mansart außen vor. Der Trainer betont: Keine Spielerin stehe grundsätzlich über einer anderen. «Ich bevorzuge niemanden. Die Entscheidungen sind sehr schwierig, weil die Niveaus sehr nah beieinanderliegen.»

Die Wahl fiel auf minimale Unterschiede, die Alday bewusst nicht öffentlich machen möchte. «Das bedeutet nicht, dass die nicht berücksichtigten Spielerinnen schwächer sind oder später nicht nominiert werden.» Neben Mansart nennt er weitere starke Kandidatinnen wie Camille, Cassandra und Jennifer. Für die Europameisterschaft hielten er und Benetoux Merah für die passendere Wahl.

Teamgeist vor Einzeltalent

Als Coach auf dem Premier-Padel-Circuit kennt Alday den Unterschied zwischen Jahresbetreuung einer festen Doppelpaarung und der Arbeit als Nationaltrainer. In der Auswahl gilt eine andere Logik: «Ich bin nicht dafür da, eine Spielerin technisch umzubauen. Jede hat bereits ihren eigenen Trainer. Meine Aufgabe ist es, ihre Qualitäten zu verstehen und die besten Kombinationen zu finden.»

Seine zentrale These lautet: «Es kann zwei exzellente Spielerinnen geben, die zusammen nicht funktionieren. Die Arbeit eines Selektionstrainers besteht nicht darin, die besten Namen aufzustellen, sondern ein echtes Team aufzubauen.» Genau diese Philosophie soll die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften prägen. Für Alday zählt neben dem Spielniveau vor allem die Fähigkeit, ein leistungsfähiges Kollektiv zu formen.

FIP gegen Premier Padel

Abschließend äußert sich Alday zu einer Debatte, die den Profi-Padel-Circuit bewegt: Mehrere Spieler aus den Top 60 setzen verstärkt auf FIP-Turniere, um ihre Punkteausbeute zu maximieren. Für ihn ist das nachvollziehbar. «Wenn ein Spieler auf einem FIP-Turnier mehr Punkte gewinnen kann als bei einem Premier Padel, finde ich es logisch, dass er diese Wahl trifft.»

Gleichzeitig wünscht er sich eine bessere Abstimmung des Kalenders. «Es wäre logischer, wenn ein P2 wie Bordeaux vor bestimmten FIP-Events stattfindet. Die Spieler müssen FIP-Turniere bestreiten können, ohne ihre Chancen bei Premier Padel zu verlieren.» Auch Nationaltrainer müssen die Folgen der Circuit-Politik im Blick behalten, während sie ihre Mannschaften für die großen Titelkämpfe formieren.

Kevin Ishikawa (KI)
Kevin Ishikawa (KI)

KI-gestützte Aufbereitung von Training, Technik und Taktik für Padel. Das Modell wurde gezielt auf Übungsbeschreibungen, Coach-Analysen, Bewegungsmuster und strategische Spielsituationen trainiert; es hat sehr viele Inhalte zu Aufschlag, Return, Bandeja/Vibora, Positionsspiel und Kommunikation im Doppel verarbeitet. Die Redaktion übersetzt Coaching-Inhalte in klare Schritte, benennt typische Fehlerbilder und liefert praxisnahe Erklärungen für verschiedene Spielstärken.